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Mobbing in der Schule - Beratung

von Marco Glatz (Kommentare: 0)

WIE IST SCHULISCHE GEWALT GEKENNZEICHNET BEI MOBBING

Immer häufiger ist von Mobbing in der Schule zu hören. Doch was genau ist das überhaupt, wie entsteht es und was kann man dagegen tun? Das Wort Mobbing stammt von dem englischen Wort "mob" ab, was frei auf Deutsch übersetzt so viel wie Meute oder auch randalierender Haufen bedeutet. Dennoch kann nicht jeder Streit oder jede Ungerechtigkeit als Mobbing bezeichnet werden. Die Opfer leiden teilweise sehr stark unter dem von Mitschülern oder auch Lehrern erzeugten Psychoterror. Denn hierbei wird nicht selten eine schwerwiegende Erniedrigung ausgeübt, die immer wieder betrieben wird. Da es sich hierbei nicht um eine einmalige Sache handelt, können die schulischen Leistungen rapide abnehmen, da der oder die Betroffene sich immer wieder unwohl fühlt und lieber zu Hause bleiben würde.

Schulische Gewalt nimmt immer mehr zu

Seit vielen Jahren ist immer wieder davon zu hören, dass die schulische Gewalt immer mehr zunehme. Dies ist aber nicht ganz richtig, vielmehr wird diese nun anders betitelt als früher. Denn was damals noch als triezen, schikanieren oder auch als fertig machen bezeichnet wurde, heißt nun Mobbing. Und durch diese Bezeichnung ist das Problembewusstsein auch weiter zu den Menschen vorgedrungen. Zudem nehmen die Täter dieses auf und mobben ihre Opfer gezielter.

Betroffene oder deren Eltern erhalten bei Selbsthilfegruppen oder auch diversen Anlaufstellen und Beratungsstellen Hilfe. Denn selbst der Direktor kann nichts unternehmen, wenn er die Schikanierungen nicht mitbekommt. Zudem schämen sich viele Opfer und melden diese erst gar nicht. Der Mobberunternimmt böswillige und vor allem bewusste Handlungen, um den Mitschüler oder die Mitschülerin zu schikanieren. Fachleute schätzen, dass jeder zehnte Schüler ernsthaft gemobbt wird, was schon bedenklich ist.

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DIE VERSCHIEDENEN ARTEN DES MOBBINGS

1. Mobbing mit Körperliche Gewalt

Wenn ein Schüler körperlich gemobbt wird, wird er von den Mitschülern verprügelt, erpresst oder getreten. Zudem werden Gegenstände beschädigt oder der Betroffene wird erpresst oder genötigt.

2. Verbales Mobbing

Hierbei wird der Betroffene wegen seines Verhaltens, seines Aussehens, des Kleidungsstils oder auch der schulischen Leistungen aufgezogen. Zumeist geschieht dies in der Pause auf dem Schulhof oder sogar auch im Unterricht. Hierbei bleibt es allerdings in den meisten Fällen nicht bei dem Lästern hinter dem Rücken des Betroffenen. Häufig wird dieser vor der ganzen Klasse bloß gestellt, indem zum Beispiel die Tafel für Sprüche oder Bilder genutzt wird. Auch Lehrer können einen Schüler verbal mobben, indem sie ihn als Verlierer titulieren oder ihm mitteilen, dass nie etwas aus ihm werde. Ist dies der Fall, traut sich der Schüler beim nächsten Mal sicherlich nicht mehr nachzufragen, wenn er etwas nicht ganz verstanden hat.

3. Stummes Mobbing

Auch das stumme Mobbing kann sehr schmerzhaft sein. Hierbei werden die Opfer einfach nicht beachtet und links liegen gelassen. Gerade in einer Schulklasse, die eigentlich eine Gemeinschaft darstellen sollte, ist ein Einzelgänger komplett auf sich allein gestellt.

Wer wird gemobbt?

Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, können gemobbt werden. Hierbei spielen in den meisten Fällen nicht die Herkunft und auch nicht der Bildungsgrad eine Rolle. Die Betroffenen, die erkennen, dass sie gemobbt werden, bekommen oft schon am Wochenende ein schlechtes Gefühl, wenn sie daran denken, am Montag wieder in die Klasse zu gehen. Zumeist sind hierfür nicht schlechte Noten der Grund, sondern die Angst, wieder schikaniert zu werden. In einigen Fällen gibt es neutrale Personen, die dann eingreifen und dem gemobbten Schüler helfen. Dies ist aber leider noch viel zu selten der Fall, sodass er sehr häufig auf sich alleine gestellt ist.

WIE IST SCHULISCHE GEWALT GEKENNZEICHNET BEI MOBBING?

Schulische Gewalt kann durch verschiedene Merkmale gekennzeichnet werden:

  • die Gewalt nimmt mit steigendem Alter erst zu und dann wieder ab
  • Jungen sind häufiger betroffen
  • sie kann auch von Lehrern ausgeübt werden
  • sie kommt immer wieder vor und ist kein einmaliges Ereignis

Welche aktiven und passiven Mobbingformen gibt es?

Aktive Mobbinghandlungen:

  • körperliche Gewalt in unterschiedlichen Ausmaßen
  • Erpressung von Schutzgeld
  • Diebstahl oder Beschädigung von Gegenständen und Kleidunsgsstücken
  • Schlagen in der Pause und in den Gängen
  • sexuelle Belästigung

Passive Mobbinghandlungen:

  • Ausgrenzen
  • Unterschlagen von wichtigen Informationen (zum Beispiel wann die nächste Klassenarbeit stattfindet)
  • Lästern
  • verletzende Sprüche und Aussagen
  • Verpetzen
  • Erfinden von Gerüchten
  • Androhen von Gewalt

Die Ursachen bei Mobbing

Es gibt zahlreiche Ursachen bei Mobbing, warum ein bestimmter Schüler gemobbt wird. Häufig sind hierfür diverse Konflikte der Auslöser, sodass dem Betroffenen auf diese Weise irgendetwas zurückgezahlt werden soll. Auch Überforderung, Unterforderung, gute Noten des Mitschülers oder Identifikationsverluste können der Grund sein. In Schulklassen, in denen ein schlechtes Verhältnis zwischen den Schülern und den Lehrern existiert, herrscht zumeist auch in der Klasse schlechte Stimmung. Denn wird zum Beispiel ein Schüler von dem Klassenlehrer bloßgestellt, erhält er nicht selten Häme von seinen Klassenkameraden. Zudem kann auch ein überzogener Leistungsdruck zu einem schlechten Klassenklima führen. Und wenn ein Schüler dann stetig bessere Noten als man selber erhält, entsteht Neid.

Lehrer bewerten nicht selten etwas fragwürdig, was die mündlichen Noten angeht. Der eine Schüler bemüht sich offensichtlich mehr als ein anderer und bekommt dennoch die schlechteren Noten. In diesem Fall kann die Mobbinghandlung als eine Art Entlastungsventil für Aggressionen angesehen werden. Und viele Schüler stehen von zu Hause aus so unter Druck, dass sie wissen wohin mit ihrer Wut über die nicht nachvollziehbaren Noten. Dem Lehrer die Schuld zu geben, macht in den meisten Fällen keinen Sinn, da dieser sich zumeist ganz sicher ist, dass er die passenden Noten verteilt hat. Also muss ein Mitschüler hinhalten, am besten einer, der gute Zensuren hat. Und schon ist das Mobbing-Opfer gefunden, das von nun an immer wieder getriezt wird. Einige Mobber machen dies allerdings auch einfach nur als Langeweile und um auf sich aufmerksam zu machen. Hier muss jedoch dringend das Gespräch von Lehrerseite aus mit den Eltern geführt werden.

Lösungen und Ratschläge bei Mobbing

Somit wird also klar, dass es zahlreiche Ursachen und Symptome gibt, warum die verschiedenen Arten des Mobbings entstehen. Das Gute ist aber hierbei, dass es genauso viele Lösungsansätze gibt, wie man dieses erkennen und verhindern kann. Zum einen können Lösungen in der Persönlichkeitsstärkung innerhalb der Familie und der Schulklasse gesucht werden. So sollte zunächst damit begonnen werden, diverse Mythen aufzulösen. Lehrer müssen sich genau mit dieser Thematik beschäftigen und härter durchgreifen wenn sie erkennen, dass ein Schüler gemobbt wird. Auch macht es keinen Sinn zu behaupten, dass es an dieser einen Schule keine derartigen Vorfälle gibt, ohne dies genau zu wissen.

Zahlreiche Untersuchungen in diversen Ländern zeigten, dass sehr wohl an nahezu jeder Schule immer Mal wieder gemobbt wird. Wenn dies bekannt ist und selbst wenn es bisher noch zu keinem solchen Fall kam, sollte dies zu einem Unterrichtsthema gemacht werden. So wird den möglichen Tätern aufgezeigt, was sie dem oder der Betroffenen eigentlich damit antun. Wie er sich immer mehr zurückzieht und nur noch sehr ungerne zum Unterricht erscheint. Auch sollte Abstand davon genommen werden, dass Schüler in der Lage sind, diverse Mobbing-Situationen selber zu lösen. Dafür muss nur einmal logisch überlegt werden, denn wie soll sich ein Einzelner gegen den "Mob" behaupten und durchsetzen?

Die Mobbing-Opfer müssen Tag für Tag körperliche und auch seelische Verletzungen aushalten, eventuell werden sie zudem auch noch ignoriert. Diese Kinder müssen von außen unterstützt und aufgefangen werden. Denn in vielen Fällen sind sie nicht mehr in der Lage, sich allein zu wehren und ziehen sich lieber zurück. Das kann aber nicht die Lösung des Problems sein, sondern stellt vielmehr den einfachsten Ausweg dar. Nicht selten wird dann zwar am Morgen das Elternhaus verlassen aber die Klasse nie betreten, sondern lieber geschwänzt. Lehrer und Schüler können zusammen Handeln und damit den Tätern zeigen, dass das was sie machen nicht akzeptiert wird. Somit müssen die Mobbing-Opfer gestärkt werden, um ohne gemobbt zu werden zu lernen und ihren Abschluss zu machen.

Das Problem hierbei ist allerdings, dass Lehrer und Eltern nur helfen können, wenn der oder die Betroffene sich öffnet und von seinen Sorgen erzählt. Frisst er sie nur in sich hinein, können die Außenstehenden nicht wissen, was mit ihm oder ihr los ist. Grund hierfür ist, dass sie von den Mitschülern so klein gemacht werden, dass sie sich schämen und es lieber für sich behalten. Daher sollten die Eltern genau beobachten, wie sich der Nachwuchs verhält, wenn er nach Hause kommt. Und bei Auffälligkeiten ist es wichtig, dass vorsichtig das Gespräch gesucht wird. Wenn sich herausstellt, dass er gemobbt wurde, muss sofort der Klassenlehrer oder sogar der Direktor kontaktiert werden. Mit den Tätern sollte jedoch nie direkt Kontakt aufgenommen werden, da die Eltern hierbei natürlich zuerst ihre eigenen Kindern in Schutz nehmen und daher nicht objektiv wären.

Die Lehrer sollten das Mobbing-Opfer ermutigen, über die Vorfälle zu sprechen. Da sich der Täter jedoch rechen könnte, muss hierbei mit Bedacht vorgegangen werden. Dennoch ist die Schule kein Kriegsschauplatz, sondern ein Ort, an dem zusammen gelernt wird. Das sollte den Tätern eindringlich klar gemacht werden, damit alle Schüler die gleichen Chancen haben. Und mit allen Beteiligten kann dann eine Lösung des Problems gefunden werden. In vielen Schulen werden für diese Zwecke spezielle Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung, für das Kommunikationstraining und auch zur Konfliktbewältigung durchgeführt. Hierbei wird das Verhalten in einer Gruppe trainiert, wobei auch Präventiv-Maßnahmen gegen Mobbing und Schikane thematisiert werden.

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